Diesen Krankheitsbildern geht ein länger andauernder Verschleiß der Bandscheibe
voraus. Der äußere Faserring ist durch Überbeanspruchung zumindest in Teilen
gerissen und der Gallertkern tritt dann als sogenannter Sequester in den
Nervenkanal und führt zu einer Schmerzauslösung über eine Nervenirritation. Bei
Schmerzen und Gefühlsstörungen ohne Lähmungserscheinungen oder Blasen- und
Mastdarmstörungen kann hier eine konservative Therapie eingeleitet werden-
zunächst mit Physikotherapie und lokalen Injektionen, sowie einer gezielten
Schmerztherapie. Sollten diese Verfahren keine ausreichende Hilfe bringen, kann
durch eine Sondenbehandlung (Nukleoplastie) der Bandscheibenvorvall verkleinert
werden.
Eine endoskopische oder mikrochirurgische Bandscheibenoperation ist erst nach
Auschöpfung all dieser konservativen Verfahren bei einem reinen
Bandscheibenschmerz zu erwägen.
Bei einer schon fortgeschrittenen Bandscheibenschädigung ist beim jüngeren
Patienten bis zum 65. Lebensjahr möglicherweise auch eine
Bandscheibenersatzoperation anempfohlen.