
Schmerzen erkennen – Schmerzen verstehen – Schmerzen behandeln
Zum Einen ist hier die Statik und Stabilität von entscheidender Bedeutung, denn
ohne die Wirbelsäule könnten wir natürlich nicht aufrecht gehen. Auf der anderen
Seite ist auch die Mobilität der einzelnen Segment ganz wichtig, Kopf- und
Rumpfdrehung und Beugung sind natürliche Bewegungsabläufe, deren komplizierte
Mechanismen erst zu Tage treten, wenn diese Funktionen ausfallen. Dazu kommt
noch die Schutzfunktion des „verlängerten Gehirns“: dem Rückenmark und dem in
jedem Segment austretenden Nervenwurzeln, ohne die der Körper vollständig
bewegungslos wäre.
Den Schmerz richtig zu erkennen und den Entstehungsort zu beurteilen ist eine
Herausforderung für den Spezialisten. Schulter- und Armschmerzen können durch
Gelenksbeschwerden oder auch ausstrahlend von der Wirbelsäule herrühren. Auch
Schmerzen im Knie und Hüfte sind manchmal durch versteckte Wirbelsäulenleiden
ausgelöst. Hier ist der Orthopäde gefragt, und insbesondere auch der
Wirbelsäulenorthopäde und Schmerzspezialist.
Aber auch wenn zum Beispiel klar ist, dass der vom Patienten geklagt Arm- oder
Beinschmerz auf ein Problem mit der Wirbelsäule zurückzuführen ist, kann hier
die eindeutige Diagnostik schwer sein. Eine spezielle Kenntnis der Strukturen
und auch eine genaue Diagnostik können hier zwischen den einzelnen
Entstehungsorten unterscheiden. Häufige Auslöser sind hier die kleinen
Wirbelsäulengelenke, Bandscheibenvorfälle oder Vorwölbungen, Einengungen im
Bereich der Nervenaustrittsfenster, oder Einengungen bzw. Veränderungen im
Wirbelsäulenkanal.
Unklare Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen und Ohrgeräusche können auch ihren
Ausgangspunkt von der Wirbelsäule haben. Gerade in solchen Fällen ist die gute
und enge Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten (Neurologen, HNO-Ärzte,
Augenärzte, Internisten und Urologen) wichtig.